Meldung vom 29.11.2007

Rückblick auf die letzten Themenfahrten

Kalt und mit „Johanna“-Idylle im November

Die Tage werden kürzer und das Wetter mies – untrügliche Zeichen, dass sich auch die Fahrsaison wieder dem Ende zuneigt. Hatten wir im Oktober noch strahlenden Sonnenschein bei allerdings recht frischen 3-10°C, die das Personal
des offenen Zuges zu entsprechend warmer Kleidung veranlasste, bescherte uns Petrus zur Novemberthemenfahrt nasskalten Schneeregen. Damit hielten sich unsere Erwartungen zum Fahrgastansturm sehr in Grenzen. Eigentlich nur um diverse Fotogelüste zu befriedigen, hatten wir den zweiten KT4D 219 481 etwas geputzt und verschlossen an den 482 gehangen. Öfter hatte die kleine aber feste Stammgemeinde des Tatra schon angefragt, ob es auch mal Traktionsbetrieb zur Themenfahrt gäbe…

Zur zweiten Runde musste dann sehr schnell reagiert werden, denn wenige Minuten vor Abfahrt kam eine Riesentraube Mitfahrwilliger aus dem Bahnhofsgebäude. Im Nu waren die Plätze im doppelt behangenen Rekozug und im 219 482 besetzt, und immer noch standen Fahrgäste draußen!

So wurde improvisiert: die Sitze schnell entstaubt, Türen entriegelt und eingeschaltet, der für den 482 bis dahin eingesetzte Stadtbilderklärer in den zweiten Wagen verfrachtet und schon hatten zwei junge Vereinsmitglieder eine zusätzliche Verwendung: Kassieren und Erklären, sowie das „Einkaufen“ der Ampelphasen.

Themenfahrt mit KT4D-Traktion

Novum beim DVN: KT4D-Traktion bei einer Themenfahrt.

© Foto: Stefan Conrad

Damit konnten wir eines der besten Ergebnisse unserer Fahrten verbuchen, und nicht ganz zufällig hörte man im Tatra das Wort „Johanna“ öfter fallen, denn am Vortage wiederholte der MDR die erste Folge der 1988-89 gedrehten Straßenbahnerserie des DDR-Fernsehens, was durchaus einige veranlasste, sich das Fahrgefühl jener Jahre in die Erinnerung zurückzuholen.

Im Oktober durch Köpenick

Die Themenfahrt im Oktober stand unter einem ganz anderen Zeichen. Auf den Tag vor 125 Jahren ratterte die erste Straßenbahn durch Cöpenick, damals eigenständig und nicht zu Berlin gehörend. Traditionsgemäß kamen der TW 10 und Beiwagen 808 zum Einsatz, gefolgt vom Rekozug, als Linie 83 geschildert. Ab und zu kamen auch solche Züge in den 80iger Jahren bis Mahlsdorf.

Vom S-Bahnhof ging es zum unter Denkmalsschutz stehenden Betriebshof Köpenick, auf dem ein langjähriges Vereinsmitglied Geschichten und Fakten aus seinem dort verbrachten Arbeitsleben zum Besten gab. Ausgiebig wurde die Möglichkeit von einigen Fahrgästen genutzt T6 zu fotografieren, deren Einsatz in Köpenick im Dezember zu Ende geht. Weiter führte die Route über Wendenschloß, wieder durch die Altstadt Köpenick bis zum Bahnhof Mahlsdorf, wobei die Schaffner ausgiebig Fragen zu den eingleisigen Streckenabschnitten zu beantworten hatten. Im Gegensatz zu den hochmodernen Linienfahrzeugen hatten unsere Züge keine herbstbedingten Haftreibungsprobleme!

Der Wettergott hatte Mitleid mit uns und behielt die Sonne am Himmel. So konnte sich auch die Besatzung des offenen Zuges in der Pause beim heißen Kaffee in der Sonne aufwärmen, wenn sie nicht gerade rangieren musste.

Fahrschuleinsatz des DVN für Mitglied und Werkstattvorhaben

Herbstliche Bedingungen hatte auch unsere Fahrschule bei ihren beiden Einsätzen im November mit dem ATZ.

Fahrschule im DVN

Fangen wir erstmal mit dem Leichten an: Fahrschulausbildung am ATZ und seiner Handschaltung.

© Foto: Thorsten Kurzawa

Mit den letzten Überführungsfahrten zu notwendigen Radsatzbearbeitungen hat unsere Fahrzeugflotte ihre diesjährigen Einsätze absolviert. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Werkstatt Lichtenberg haben 12 historische Wagen im November das aktuelle C-Profil auf der Radsatzdrehbank und auch die jährliche Messung erhalten.

Drehbank

Rekozug in Lichtenberg auf der Drehbank.

© Foto: Thorsten Kurzawa

Jetzt stehen wieder die notwendigen Durchsichten und Instandsetzungen im Vordergrund. Wir hoffen diese Arbeiten in Ruhe zu vollenden ohne kurzfristig angekündigte Aktionen – z.B. den Betriebshof Niederschönhausen betreffend.

Auch in unserer „Außenstelle“ geht es voran. Einige Vereinsmitglieder sind bereits für die Arbeiten an der Elektrik des Tw 2990 dorthin ungezogen. Die ersten Kabel für die Lichtkreise liegen bereits und der Bordnetzumrichter wird auch noch in diesem Jahr geliefert. Der obere Dachbereich ist bereits lackiert, so dass der Stromabnehmer aufgesetzt werden kann. In Niederschönhausen wurde parallel mit der Aufarbeitung der Fahrschalter begonnen.

Meldung vom 26.05.2007

Tag der offenen Tür im Betriebshof Niederschönhausen – ein voller Erfolg

Tw 10 auf Rundfahrt

Andrang auf dem Betriebshof in Niederschönhausen. „Lotte“ rückt gutbesetzt zur Rundfahrt aus.

© Foto: Stefan Conrad

Am 19. und 20.05.2007 kamen bei schönstem Sommerwetter die Fans historischer Straßenbahnen und Omnibusse beim Tag der offenen Tür voll auf ihre Kosten. Eingeladen hatte dazu zum zweiten Mal der Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin e.V. (DVN).

Super Stimmung, ein reges Treiben auf dem Betriebshof und die ständig umlagerten Fahrzeuge im Ausstellungsbereich zeugen vom großen Interesse der Besucher. Die im Zubringerverkehr eingesetzten historischen Straßenbahnen und Omnibusse waren bestens besetzt. Wem das nicht ausreichte, der konnte seine Kräfte beim Fahren der Draisine unter Beweis stellen.
Nüchtern in Zahlen ausgedrückt heißt das: 7000 Besucher an beiden Tagen, 2100 beförderte Fahrgäste in den Straßenbahnen und Omnibussen. Rund 400 Fahrgäste ließen sich die Gelegenheit einer Mitfahrt in der nur am Sonntag eingesetzten Pferdebahn nicht entgehen.

Besonderes Highlight war am Sonnabend die feierliche Einweihung zweier historischer Fahrzeuge. Das weiße Band für den Straßenbahn-Beiwagen 339 vom Typ B24 aus dem Jahre 1925 durchschnitt dabei das Vorstandsmitglied Thomas Necker. Der Omnibus Büssing D2 von 1934 wurde durch den Direktor Omnibus, Johannes Müller, standesgemäß auf den Namen „Düse“ getauft.

Als dann am Sonntagabend die letzten Besucher den Betriebshof Niederschön-hausen verlassen hatten und alle Fahrzeuge wieder auf ihre Plätze in der Fahrzeughalle rangiert waren, zogen die Mitglieder des DVN Resümée. Der Aufwand hat sich voll gelohnt! Nicht nur, dass an den einzuweihenden Fahrzeugen bis zum letzten Moment gearbeitet wurde. Da waren auch im Vorfeld die eingesetzten Fahrzeuge einer intensiven Wartung zu unterziehen und optisch auf Vordermann zu bringen. Und auch die ausgestellten Fahrzeuge zu wienern (sehr beliebt war dabei das Putzen der Fensterscheiben…), das Gelände auf Vordermann zu bringen und unzählige organisatorische Fragen zu klären.
Und nicht unerwähnt soll dabei bleiben, dass die Mitglieder des DVN ehrenamtlich in ihrer Freizeit arbeiten.

Meldung vom 25.03.2007

Arbeiten der Arbeitsgruppe in den letzten Wochen

Die Fristuntersuchungen an den betriebsfähigen Fahrzeugen gehen zügig voran. Nachdem Ende Januar mit Bw 339 erstmals auch ein Straßenbahnwagen den neuen Hebestand einweihte, wurde am 10. Februar Bw 984 angehoben. Bei ihm mussten die Achsbuchsen gewechselt und die Federung verbessert werden. Dies konnte noch am selben Tag erfolgreich abgeschlossen werden. Nach kleineren Restarbeiten wurde 14 Tage später das Fahrgestell auch neu lackiert. Ebenfalls am 24. Februar wurde die Hauptuntersuchung am Arbeitstriebwagen 4508 beendet. Beim T24 hat der Einbau des Bordnetzumrichters begonnen. Dank vieler Mitarbeiter sind seine Aufhängung unter dem Wagen und die 600V-Zuführung über Sicherung und Schalter fast abgeschlossen. Es ist gar nicht so einfach, noch einen Platz für die Kabelverlegung in den engen Kanälen im Fahrzeug zu finden.

Am Beiwagen 339 wird weiter lackiert. Die Fabrikschilder und Wappen sind inzwischen fertig. Während er auf seine Probefahrt zum Einstellen der Bremse wartet, verhandeln wir über die Nutzung der seitlichen Werbetafeln. Hier gibt es bereits zwei Interessenten.

Während also bis zu 17 Vereinsmitglieder samstags an den Fahrzeugen arbeiten, ist die Planung des Tages der offenen Tür und der ersten Themenfahrt schon weit vorangeschritten. Auch sind schon viele Anfragen zur Wagenvermietung bei uns und der BVG eingegangen.

Am 24.03. konnten wir mit 339 eine Probefahrt unternehmen – mit den Laufeigenschaften sind wir zufrieden. Nun erfolgen noch die letzten Detailarbeiten am und im Wagen, so dass wir den Wagen im Laufe der kommenden Fahrsaison auch werden einsetzen können.

B24 auf Probefahrt

Beiwagen 339 am 24.03.2007 während der Probefahrt mit 5984.

© Foto: Lutz Stumpf

Meldung vom 30. Januar 2007

Arbeiten der Arbeitsgruppe in der Winterpause

Nach Beendigung der Fahrsaison steht nun die Arbeitsgruppe wie immer vor einem großen Berg von anfallenden Fristarbeiten sowie der endgültigen Fertigstellung des Bw 339.

In Absprache mit der Arbeitsgruppe Bus werden wir den Hebestand nutzen, um einige Wagen einer größeren Instandsetzung zu unterziehen.

Bereits fertig ist die Zwischenuntersuchung der Güterlore, am ATW 4508 sind für die Hauptuntersuchung schon große Arbeitsleistungen vollbracht worden.

Die nächsten größeren Arbeiten sind Federwechsel am 339 und 267006, sowie der Lagerwechsel am 984.

In den T24 soll nun in dieser Bausaison der BNU eingebaut werden.

Neben den fälligen Fristuntersuchungen werden an einigen Fahrzeugen auch Schönheitsreparaturen durchgeführt, so z.B. am Ausstellungsstück Handkran (s. Bild).

Handkran Arbeiten am Handkran in Niederschönhausen.

© Foto: Stefan Conrad

Federnwechsel am Bw 339 Am 27. Januar haben wir am Bw 339 die Federn getauscht - ein wichtiger Schritt zur Fertigstellung dieses Fahrzeugs.

© Foto: Alina Sickert