Meldung vom 23.11.2006

Weiterer Ersatzteilspender und Arbeiten an den Fahrzeugen

Ersatzteilspender aus Pforzheim

© Foto: Mattis Schindler

Anfang Oktober wurde uns über verschiedene Wege ein Obus angeboten. Dieser Wagen wurde 1954 von Kässbohrer auf einem Henschel-Fahrgestell und mit einer AEG-Elektroausrüstung gebaut. Er war von 1954 bis 1969 in Pforzheim im Einsatz und gehört zu einer Serie von 28 Obussen der „Bauart Ulm“.

Nach 1969 übernahm ein bekannter Sammler in Marxzell (bei Karlsruhe) den Wagen und „deponierte“ ihn – nicht öffentlich zugänglich – über 30 Jahre mehr schlecht als recht. Vor etwa 4 Jahren musste der Sammler sich von seinem Depot trennen und verkaufte den Wagen an einen Unternehmer bei Aachen. Da dieser Unternehmer seine Privatsammlung nun erheblich reduzieren musste, stand der Obus jetzt erneut zum Verkauf. Nach längerer Diskussion zwischen den Sammlern deutscher Obusse stand fest, dass nach den vorhandenen Informationen der Zustand des Fahrzeugs nicht besonders gut ist. Dennoch erscheint der Wagen recht interessant, da er noch vollständig erhalten ist. Kein Sammler hat jedoch in absehbarer Zeit die Kraft und das Geld, den Wagen zu erhalten. Deshalb hat sich die Arbeitsgruppe Obus entschieden, den Wagen als Ersatzteilspender zu kaufen. Davon konnten wir auch den Vorstand überzeugen. Dieser Kauf eröffnet uns nun die Möglichkeit, den LOWA W602a und den Kriegseinheitsobus so nahe wie möglich am Originalzustand wieder aufzubauen.

Die Elektroausrüstung des „Pforzheimers“, von der Stromabnehmerstange,
über den Automat, den Fahrschalter (sog. AEG-Schwingregler), die Widerstände bis hin zum 110 kW-Fahrmotor kommen der Ausrüstung in den LOWA - Obussen sehr nahe.

Das Fahrgestell einschließlich der Achsen, Handbremsgestänge, Motorkompressor sowie Karosserieteile und ggf. der Schaffnerplatz können zum Wiederaufbau des Wilhelmshavener Kriegseinheitsobus verwendet werden. Weitere Teile können wir an befreundete Vereine abgeben. Dort gibt es bereits Interessenten.

Innerhalb einer Woche nach der Abstimmung mit dem DVN -Vorstand und dem vorherigen Eigentümer stand dann der Wagen schon in Eberswalde.

Inzwischen wurde der Obus gereinigt und erhielt mit Unterstützung der BBG eine Unterbodenwäsche. Der Zustand der äußerlich täuschend gut aussehenden Karosse ist von unten erschütternd schlecht, aber so etwas hatten wir auch erwartet.

Erste Baugruppen wurden bereits für den LOWA - Obus entnommen. „Erkundungen“ und Vermessungen der Fahrzeugtechnik sind ebenfalls schon erfolgt. Mit Unterstützung der BBG fand sich noch ein Platz in deren Freilager. Dort steht der Wagen nun – gut verpackt – und wartet auf die nächsten „Plünderungen“ in absehbarer Zeit…

Außerdem wurden durch die Agr. weitere Nacharbeiten am großen LOWA - Anhänger „143“ vorgenommen, die uns die ABM „übrig gelassen“ hat. So wurden diverse Befestigungen „in Ordnung“ gebracht und richtig gesichert

Am „1224“ haben wir Lackierarbeiten und Arbeiten an der Elektrik als Basis für den weiteren Innenausbau fortgesetzt.

Auch in Salzburg partizipiert man von unseren Erfahrungen. So wurde die Befundung des Henschel-Gelenkobus Typ HS160OSL-G (ex Bruck a. M., ex Aachen, ex Bielefeld) des Vereins „Pro-Obus“ unterstützt sowie die vorhandene Dokumentation gesichtet und aufbereitet.

Aus Salzburg konnten wir ein AEG-Stromabnehmersatz (Stangen und Stangenböcke) für LOWA oder KEO übernehmen.

Meldung vom 15. Oktober 2006

Aktuelle Gruppenaktivitäten

Am 2. September 2006 veranstaltete die BBG auf dem Betriebshof in Eberswalde einen Tag der offenen Tür, bei dem neben dem DVN auch das Obus-Museum Solingen mit Informations- und Verkaufsständen vertreten war. Organisiert hatten diesen Tag in enger Kooperation die BBG und der DVN. Die BBG informierte über ihre Arbeit, unter anderem mit Fahrten durch die Waschhalle und Werkstattführungen. Auch gelang es, durch Einbeziehung mehrerer Partner weitere Attraktionen zu bieten. So stellten die Feuerwehr und die Polizei aus Eberswalde Aspekte ihrer Arbeit vor. Sport- und andere Vereine konnten sich präsentieren, die BVG ermöglichten mit einem modernen Doppeldecker Fahrschulfahrten über den Hof und schließlich konnte sich ein weiteres Highlight aus Eberswalde präsentieren, der Zoo. Leider ist er nicht mit dem Obus erreichbar, aber es gab trotzdem ein Erinnerungsfoto mit einem tierischen Gast auf einem der historischen Obusse.
Als Zubringer zum Tag der offenen Tür und als Rahmenprogramm hatten sich die BBG und der DVN etwas Besonderes einfallen lassen. Zusätzlich zum regulären Verkehr auf den beiden Obuslinien 861 und 862 verkehrten die historischen Obusse 488, 9Tr und 14Tr auf Linie, unterstützt von einem Gastfahrzeug.

© Foto: K. Müller

Ebenfalls auf den Obuslinien und als besonderes Highlight auf Rundfahrt zum Schiffshebewerk in Niederfinow wurden folgende Oldtimerbusse eingesetzt:

  • Škoda RTO der BBG mit Jelcz-Anhänger
  • Škoda RTO des Verkehrsbetriebes Pardubice (CZ)
  • Gelenkbus Ikarus 280.03 von Cottbusverkehr
  • Gelenkbus Setra SG 219 der BBG
  • Büssing Präsident 14R der MAN Nutzfahrzeug AG

Gerade diese Touren fanden, wie auch die immer wieder beliebten Fototreffen an der Endstelle „Ostend“, eine gute Resonanz bei den Gästen.

© Foto: K. Müller

Als besondere Attraktion stellten verschiedene Fahrzeughersteller ihre aktuellen Omnibusse vor. Des weiteren war es dieses mal auch möglich, einen modernen Obus zu präsentieren. Mit Unterstützung der Firmen Solaris und Cegelec gelang es, einen Trollino 15 AC (Nr. 3603 der Verkehrsbetriebe Ostrava) nach Eberswalde zu holen und für Präsentationsfahrten auf den Obuslinien einzusetzen. Das Fahrgastinteresse war ausgesprochen groß.

© Foto: K. Müller

Interessant war in diesem Zusammenhang, dass sich zwei Obusse nach fast einem Jahr wieder trafen. Der Trollino weilte, wie der Škoda 9Tr, im vergangenen Jahr zum Jubiläum in Salzburg.
Erstmals öffentlich präsentiert wurde der große LOWA-Beiwagen mit der BVG-Nr. 143. Am 27. Juli 2006 wurde der Wagen mit freundlicher Unterstützung durch die BBG nach Eberswalde überführt, nachdem er in einer Qualifizierungsmaßnahme des Landkreises Oberhavel von mehreren Jugendlichen und Langzeitarbeitslosen aufgearbeitet wurde. Es sind noch einige Rest- und Nacharbeiten zu erledigen, die Wiederinbetriebnahme des Anhängers ist damit aber in greifbare Nähe gerückt.

Am 8. September 2006 wurde der LOWA-Obus 1520 aus seinem langjährigen Asyl bei Manika in Güstrow abgeholt und zur Werft in Malz gebracht. In einer ABM der INO gGmbH Hennigsdorf wird die Restaurierung der Karosserie und der Fahrwerksteile in Angriff genommen.

Meldung vom 18. August 2006

Tag der offenen Tür am 2. September in Eberswalde

Dieselbuszug der BBG

Škoda-RTO-Dieselbuszug der BBG
© Foto: Stephan Mertens

Solaris-Obus

Solaris-Obus Typ 15AC
© Foto: Gunter Mackinger

Ikarus 280.03 aus Cottbus

Aus Cottbus: Ikarus 280.03
© Foto: Cottbusverkehr GmbH
(Mit freundlicher Genehmigung)

Intensiv wird von unserer Seite der Sonderverkehr zum Tag der offenen Tür am 02.09.2006 vorbereitet.

Es werden Sonderfahrten mit historischen Dieselbussen und Obussen sowie Vorführfahrzeugen diverser Hersteller durchgeführt. Als Besonderheit wird erstmals ein Obus aus dem Hause SOLARIS in Deutschland eingesetzt werden.

Ausgestellt sind weitere Obusse und Dieselbusse. Der frisch aufgearbeitete Anhänger „Berlin 143“ wird der Öffentlichkeit präsentiert.

Mit einem Kässbohrer-Gelenkwagen SG219SL (ex Neuss) werden ebenfalls Sonderfahrten durchgeführt. Fahrzeuge dieses Typs sind in Ostdeutschland nicht besonders verbreitet und verschwinden derzeit. Auch bei der BBG wird der Einsatz dieser Wagen in nächster Zeit enden.

Folgende Fahrzeuge kommen an diesem Tag zum Einsatz, bzw. können besichtigt werden:

Obusse

  • Berlin 488 Gaubschat/BVG/AEG Bj. 1956 (Sonderfahrten)
  • Eberswalde 19 ŠKODA/CKD 9Tr14 Bj. 1969 (Sonderfahrten)
  • Eberswalde 3 (ex Potsdam, ex Weimar) ŠKODA 14Tr03 Bj. 1983 (Sonderfahrten)
  • Ostrava 3603 SOLARIS 15AC Bj. 2004 (Sonderfahrten)
  • Berlin 1224 (Daimler-Benz/Schumann/AEG) in Aufarbeitung
  • Wilhelmshaven 76 (Henschel/Kässbohrer/SSW) abgestellt
  • Anhänger Berlin 143 (LOWA) fast fertiggestellt

Dieselbusse

  • Eberswalde 537 SKODA Typ RTO706 mit Anhänger JELCZ (Sonderfahrten)
  • Pardubice 28 SKODA Typ RTO706 MTZ (Sonderfahrten)
  • Cottbus 131 IKARUS 280.03 (Sonderfahrten)
  • Eberswalde 105 oder 108 (ex Neuss) Kässbohrer SG219 (Sonderfahrten)

Die Sonderfahrten werden entlang der Obuslinien und auf eine Dieselbusstrecke zum Schiffshebewerk Niederfinow stattfinden.

Der aktuelle Fahrplan im PDF-Format kann hier heruntergeladen werden.

Der Einsatz des Kässbohrer-Gelenkbusses ist ein etwas vorgezogener Abschied dieser als Gebrauchtwagen übernommenen Omnibusse, die in Deutschland nicht oft zu sehen sind.

Außerdem werden Info- und Souenirstände diverser Firmen und Vereine geboten.

Die Polzeihundestaffel und die Feuerwehr wird sich päsentieren und mit einem BVG-Doppeldecker werden Fahrten für Testfahrer unter Beobachtung der Fahrschule angeboten.


Meldung vom 6. August 2006

Anhänger W700 aus Malz abgeholt

Am 27. Juli war es endlich soweit: wir konnten unseren Anhänger 143 vom Typ W700 von der Aufarbeitung in Malz abholen. Bereits im August 2005 ging die Aufarbeitung im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme los.

Mit dem Škoda-RTO-Dieselbus der BBG fand dann der Transport nach Eberswalde statt, wo letzte Arbeiten am Fahrzeug stattfinden, damit den Besuchern zum Tag der offenen Tür ein weiteres Fahrzeug präsentiert werden kann.

© Foto: Ivo Köhler

Meldung vom 1. Mai 2006

Aktueller Überblick über die Arbeiten

Am Osterwochenende wurde mit Unterstützung der Arbeitsgruppe Omnibus die Instandsetzung der Vorderachse des Berliner Obus 488 (Spurstange, Bremsbelege) in Angriff genommen. Weiterhin konnten die Radnaben der Hinterachse des Anhängers XVI mit neuen Radlagern wieder komplettiert werden, so dass der Wagen wieder auf „eigenen Beinen“stehen kann. Am 14Tr wurden Farbausbesserungen vorgenommen. Der Obus 1224 erhielt die erste Schicht der beigen Außenlackierung. Außerdem wurden wieder fleißig Kleinteile aufgearbeitet.

Ende März wurde in Eberswalde bei Bauarbeiten auf dem Markt eine Weiche der 1940 stillgelegten Straßenbahn gefunden. Durch diverse Initiativen des Stadtmuseums und des DVN wurde, unter Beteiligung der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises, der Erhalt und der Wiedereinbau der Weiche als Denkmal festgelegt.