Obus Nr. 1224 Typ SSW-DB 45/47

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Obus Nr. 1224 präsentiert sich im Mai 1999 dem Fotografen.

© Foto: Mattis Schindler

Im Jahre 1941 bestellten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) eine Serie von 18 Dreiachser-Eindeck-Obussen.

Deren Fertigstellung verzögerte sich durch die Kriegsereignisse, so dass erst 1947 durch die Waggonfabrik Schumann (Werdau in Sachsen) 15 Obusse ausgeliefert wurden. Die kriegsbedingt stark vereinfachten Karossen montierte man auf Fahrgestelle des Typs Daimler-Benz O10000 und setzte die vielfach bewährten Elektroausrüstungen von Siemens und AEG ein, die bereits 1942 geliefert wurden.

In diesen Fahrzeugen spiegeln sich die Erfahrungen wieder, die seit 1933 mit den ersten Prototypen und Kleinserien gemacht wurden. Sie stellen damit den Höhepunkt der deutschen Obustechnik vor dem zweiten Weltkrieg dar, obwohl sie erst nach dessen Ende entstanden.

Der erhaltene Wagen 1224 besitzt ein motorstromabhängiges selbsttätiges Siemens-Nockenschaltwerk vom Typ ONW6 und einen AEG-Doppelkollektormotor, Typ USC 0227c. Seine Karosse wurde in der BVG-Hauptwerkstatt Uferstraße in den 1950er Jahren rekonstruiert.

Bis Anfang der 1950er Jahre wurden die Wagen mit allradgelenkten GAUBSCHAT-Anhängern gefahren. Gekuppelt waren die Wagen über die sogenannte Baretti-Kupplung. Die Wagen bewährten sich sehr gut und wurden fast alle bis zur Einstellung des Obusbetriebes in Spandau 1952 und Steglitz 1965 eingesetzt.

Der Wagen 1224 ist der älteste in Deutschland noch vorhandene Obus und wurde durch die BVG museal aufbewahrt und war öffentlich nur sehr selten zu sehen. Seit 1993 ist er im Besitz des Deutschen Technikmuseum Berlin (DTM).

Durch Initiative des Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin e.V. (DVN) kehrte er 1997 anlässlich „150 Jahre öffentlicher Personennahverkehr“ auf Berliner Straßen und anschließend, nach 32 Jahren Abstellung, unter Obusfahrleitungen in Eberswalde zurück.

In gemeinsamer Aktion haben Barnimer Busgesellschaft, DTM und DVN ihn wieder betriebsfähig hergerichtet und so ist er seit September 1998 wieder für Sonderfahrten zugelassen. Ein Alter von über 50 Jahren und die lange Abstellzeit ohne nachhaltige Betreuung hinterließen jedoch Spuren, die noch zu beseitigen waren. Daher erfolgte bis 2007 eine vollständige Rekonstruktion und seit diesem Zeitpunkt steht der Wagen wieder für Fahrten zu Verfügung.

Technische Daten:

 
Länge: 11.060 mm
Breite: 2.500 mm
Höhe: 2.865 mm
Leermasse: 10.770 kg
zulässige Gesamtmasse: 14.930 kg
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Stunden-/Dauerleistung : 2 x 55/42,5 kW (bei 550 Volt)
Sitz-/Stehplätze: 28/24