Lowa Obus-Zug W602a und
Anhänger W700

Lowa Obus noch in Berlin im Einsatz

Unser Obus Nr. 1520 vom Typ W602a, kurz nach der Inbetriebnahme in Berlin.

© Foto: Sammlung DVN

Nach dem 2. Weltkrieg wurden bis 1949 sogenannte Kriegseinheitsobusse für die damalige sowjetische Besatzungszone mit vorhandenen Fahrgestellen und Elektroausrüstungen bei Schumann in Werdau/i.Sachsen hergestellt.

Der inzwischen verstaatlichte Betrieb „Volkseigene Betriebe des Lokomotiv- und Waggonbaus, Fahrzeugwerk Ernst-Grube Werdau“ stellte ab 1950 DDR-Eigenkonstruktionen her. Von 1952 bis 1957 baute man 133 Obusse der Typen W601, W602 und W602a (ab 1956 in Ammendorf, vormals Lindner) sowie eine größere Zahl von Anhängern für die 11 Obusbetriebe der DDR und den Betrieb der polnischen Hauptstadt Warschau. Diese Fahrzeuge entsprachen der Normalgröße II, die vom Vereinheitlichungsausschuß für Anfang der 1940er Jahre festgelegt worden war.

In der selben Typenreihe baute man schwere Autobusse (Typ W500) in Linienausführung und in einer Stadtvariante (ausschließlich für Berlin) mit aus Panzern gewonnenen Maybach-HI120-Benzinmotoren.

So kamen auch die ersten Elektroausrüstungen der Obusse aus „Altbeständen“ der einzelnen Verkehrsbetriebe. Ab 1952 lieferte der „Vereinigte Elektromaschinenbau - VEM“ Werk Hennigsdorf (vormals AEG) die Steuerung und das Sachsenwerk Dresden die Motoren. Die Ausrüstung war ein Nachbau der vielerorts bewährten Vorkriegsentwicklung-Schwingregler mit Doppelkellektormotor. Der Regler arbeitete mit 4 manuell zu betätigenden Anfahrstufen (in Reihenschaltung der Teilmotoren) und eine 160 Kontakte umfassende Schwinge – eine motorstromabhängige Schaltung der Parallelfahrstufen.

Weiterentwicklungen der Fahrzeuge sowie die gesamte Obus-Produktion mußte die DDR 1957 durch einen Beschluß des „Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe“ (RGW oder COMECON genannt) einstellen.

Die Ostberliner Verkehrsbetriebe (BVG – später BVB) beschaffte 41 fabrikneue und 3 gebrauchte Obusse vom Typ W602a und 42 Stück Anhänger vom Typ W700 (einige gebraucht). Nach Eberswalde kamen 2 Züge dieser Bauart, die bei einer Typenbereinigung 1959 nach Berlin abgegeben wurden. Die Obuszüge wurden bis zur Einstellung des Lichtenberger Netzes 1973 eingesetzt. Als Lauben oder Schuppen verkaufte, überlebten einige Fahrzeuge bis Ende der 1980er Jahre. Im Jahre 1988 konnte ein Anhänger und 1989 der Obus Nr. 1520 (Baujahr 1953) sichergestellt werden. Beide Fahrzeuge befinden sich zur Zeit bei der Fa. MANIKA in Güstrow zur Aufarbeitung.

Technische Daten:

  W602a W700
Länge: 10.810 mm 7.400 mm
Breite: 2.450 mm 2.500 mm
Höhe (ohne Stangen): 2.850 mm 2.650 mm
Leermasse: 9.800 kg 4.450 kg
zulässige Gesamtmasse: 14.610 kg 8.220 kg
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Leistung : 2 × 60 kW
Sitz-/Stehplätze: 28/44 31/27

Fahrzeugskizze